Interview mit dem Spitzenkandidaten der AfD Darmstadt-Dieburg, Herrn Wilfried Hajek

Portrait von Wilfried Hajek

Wer ist unser Spitzenkandidat, Wilfried Hajek aus Seeheim-Jugenheim, der bis zur Listenwahl für die Kreis-AfD noch nicht im Rampenlicht stand? In einem Interview mit dem Kreisvorstand gibt er interessante Einblicke in sein (politisches) Leben und nennt gute Gründe, der AfD am 15. März Ihre Stimme zu geben.

Kannst Du uns und unseren Wählern etwas zu Deiner Vita sagen?

Ich bin am 21.08.1956 in Nürnberg geboren. Mein Vater war damals Außendienstmitarbeiter der Firma Merck, Darmstadt. In den folgenden Jahren ging es über München wieder zurück nach Darmstadt.

Der Name Hajek kommt aus dem Tschechischen und bedeutet so viel wie Hain bzw. kleiner Wald. Meine Mutter entstammte dem heutigen Trebur-Geinsheim am Rhein im Kreis Groß-Gerau und war gelernte Rot-Kreuz-Krankenschwester an einem Klinikum zunächst in Darmstadt.

Als 16-jähriger ging ich an das Schuldorf Bergstraße in Seeheim, wo ich auch das Abitur ablegte.

Weiter ging es dann nach Mainz an die Johannes-Guttenberg-Universität, wo ich Volkswirtschaftslehre studieren durfte. Ich bin also insbesondere auch geprägt durch den marktwirtschaftlichen Kurs der damaligen Fakultät, die große Kapazitäten im Lehrkörper anbieten konnte, z. B. Prof. Dr. Kurt Schmitt (ehemaliges Mitglied des Sachverständigenrates) und des weltweit anerkannten Ökonomen Klaus Rose, der mit seiner „Theorie der Außenwirtschaft“ den Grundstein für die Ausbildung in Außenwirtschaft legte.

Nach dem Studium bewarb ich mich bei der Heidelberger Zement AG und wurde dort als Direktionsassistent beschäftigt.

Während des Studiums arbeitete ich als Ferienhelfer bei der Firma Merck in Darmstadt und abwechselnd bei der Südwestdeutschen Genossenschaftszentralbank in Frankfurt.

Ich erinnere mich auch noch an meine Anfangszeit bei Merck, wo freitags der sogenannte Geldbote kam und wir in Lohntüten unser Geld in bar erhielten.

Ab ca. 1989 machte ich mich mit einem Geschäftspartner im Immobilien- und Versicherungsbereich selbstständig. Wir hatten uns darauf konzentriert, Neubauten zu erstellen und die von den Käufern ggf. vorhandenen Bestandsimmobilien zu vermarkten. Dabei betrieben wir bis Mitte der 90-er Jahre auch ein Zweitbüro in Frankfurt-Rödelheim.

Wie bist Du zur Politik gekommen?

Ich war schon in der Schule sehr interessiert und das Fach Sozialkunde war mein Favorit. Ich erinnere mich dabei noch sehr gerne noch an unseren Sozialkundelehrer, Herrn Rainer Fontius, der am Schuldorf lehrte. Es gab damals ein Unterrichtsbuch, verfasst von einem Herausgeber namens Hilligen und das war sozusagen nach meiner Erinnerung damals die Bibel der Sozial- und Gemeinschaftskunde.

Meine Mutter entstammte einem sozialdemokratischen Elternhaus und ihr Onkel war mehr als zwei Jahrzehnte Bürgermeister (SPD) in der damals noch selbstständigen Gemeinde Geinsheim am Rhein. Ihrem Onkel wurde dann schließlich auch eine Straße im Neubaugebiet gewidmet, deshalb gibt es heute dort die Johannes-Schneider-Straße.

Meine Mutter war also sozialdemokratisch geprägt und mein Vater gekennzeichnet und charakterisiert durch die Flucht aus Prag, er hat als Heimatvertriebener wieder neu begonnen. Durch seinen intensiven Job bei Merck Darmstadt war keinerlei Zeit und Interesse für politische Engagements. Ich denke, dass meine Eltern, wie viele andere auch in dieser Zeit, Wechselwähler waren.

Den Ausschlag für den Parteieintritt in die CDU gab das verlorene konstruktive Misstrauensvotum, das Dr. Rainer Barzel wohl aufgrund der heute nicht endgültig geklärten Stimmenverlagerungen verlor. Ich trat damals eigenständig ohne irgendeine Beeinflussung durch Elternhaus oder ähnliches mit 16 Jahren in die CDU Darmstadt-Land ein und gründete dann mit einigen Freunden die Junge Union in Seeheim. Das entwickelte sich dann im Laufe der Zeit, ich wurde schnell in den Kreistag katapultiert und wurde ein führender Kommunalpolitiker der CDU Darmstadt-Dieburg bzw. Seeheim-Jugenheim.

Sowohl für uns als auch unsere Wähler wäre es interessant zu erfahren, wie Deine politische Karriere in der CDU verlaufen ist, und warum Du ausgetreten und in die AfD eingetreten bist.

Die Junge Union hatte mich zu ihrem Spitzenkandidaten auserkoren und es war erklärter Wille, insbesondere auch des damaligen Kreisvorsitzenden Gerhard Gallus (Reinheim) sowie des damaligen Spitzenkandidaten, Gottfried Milde sen. (Griesheim), den Kandidaten der Jungen Union auf der Liste abzusichern. So erhielt ich schließlich durch das Votum des entsprechenden CDU Kreisparteitags den sicheren Listenplatz Nr. 23 und zog als damals jüngster Abgeordneter mit 21 Jahren in den Kreistag ein.

Der Wahlslogan der CDU war damals „Freie Bürger brauchen eine starke CDU“. Der Wahlsieg mit kurz vor der absoluten Mehrheit mit 39 Abgeordneten von insgesamt 81 war zum Großteil überraschend und überwältigend. Schließlich wurde mit dem damaligen Kreisvorsitzenden der FDP, Klaus Jürgen Hoffie (damals Bickenbach), die neue Kreisregierung geschmiedet und mit Landrat Dr. Franz Hermann Kappes (CDU) sowie dem Ersten Kreisbeigeordneten Fritz Roth (FDP) die Kreisspitze gewählt.

Dieser Parteienumschwung war für Südhessen eine Rarität und ich bin dankbar, dass ich an diesem historischen Ereignis mitwirken konnte.

Unter dem späteren Vorsitz von Angela Merkel veränderte sich die CDU in ihren Grundsätzen stark und bewegte sich hin zur linken Mitte. Der Flügel der Liberal-Konservativen wurde immer schmäler und zwei Gründe für meinen Austritt aus der CDU möchte ich kurz benennen:

Der ehemalige Hessische Ministerpräsident, Volker Bouffier, galt ursprünglich als Ziehsohn von Dr. Alfred Dregger – er verließ aber, wie so viele andere, seine ursprünglichen Überzeugungen. Bei einem Landesparteitag in Wiesbaden in den Rhein-Main-Hallen ließ sich Volker Bouffier dann dazu hinreißen, die verdienten Ex-CDU-Mitglieder Dr. Alexander Gauland sowie die Vorsitzende des Heimatvertriebenenbundes Erika Steinbach, als „braune Suppe“ zu bezeichnen.

Dies wog für mich umso schwerer, als nur einige Monate davor in Griesheim die Bürgermeisterwahl anstand. Damals wurde, sozusagen, „alles was laufen kann“ nach Griesheim gekarrt und gebeten zu einer Neujahrsansprache von eben jener Erika Steinbach zu kommen, die als populäres Zugpferd mithelfen sollte, der CDU Griesheim ein gutes Wahlergebnis zu bescheren.

Meines Erachtens kann man mit solch verdienten Leuten, immerhin hatte Erika Steinbach in der Regel den Wahlkreis Frankfurt-West immer für die CDU direkt entschieden, nicht so umgehen. Das ist kein Stil und schäbig, zumal die beiden Vorgenannten auch dem liberalen Flügel, der damals von Dr. Walter Wallmann angeführt wurde, sehr nahestanden.

Die massive Veränderung der CDU kann man auch daran erkennen, dass es Frau Dr. Merkel fertiggebracht hat, während ihrer Amtszeit die Mitgliederzahl der CDU Deutschland von ca. 800.000 auf ca. 400.000 zu reduzieren. Das liest man nirgendwo, aber ich habe damals zu Beginn der Flüchtlingskrise an einigen Regionalkonferenzen teilgenommen, wo die Leute zum Beispiel in Heidelberg nach der Rede von Angela Merkel scharenweise austraten und der Partei den Rücken kehrten.

Schließlich habe ich mich im Jahre 2018 dazu entschlossen, nach über 46-jähriger Mitgliedschaft in der CDU die Partei zu verlassen.

Mein Blick geht jedoch selbstverständlich jetzt in die Zukunft. Die AfD vertritt heute die Positionen, die die CDU ohne Not unter der Führung von Angela Merkel aufgegeben hat. Ich möchte mit meinen Erfahrungen und meinem Wissen gerne hier bei der AfD mithelfen, das vorhandene Fundament weiter auszubauen.

Wie stellst Du Dir Deine zukünftige Arbeit im Kreistag Darmstadt-Dieburg vor?

Unsere Auffassung von Politik ist, dass wir für die Menschen im Landkreis Darmstadt-Dieburg arbeiten, ihnen dienen und nach Möglichkeit zu einer Verbesserung ihrer Lebensverhältnisse beitragen wollen. Wir werden hierzu konkrete Vorschläge erarbeiten, anregen und in den Kreistag einbringen. Ich hoffe, dass uns die Bürgerinnen und Bürger des Landkreises Darmstadt-Dieburg ein hohes Maß an Vertrauen zukommen lassen werden und uns mit einer starken Fraktion beschenken. In jedem Falle werden wir reine Sachpolitik betreiben, und uns am Wohle der Bürger orientieren. Für die AfD-Fraktion im Kreistag war es bisher egal, von welcher Seite eine Beschlussvorlage eingebracht wurde, Zustimmung oder Ablehnung waren grundsätzlich programmatisch bedingt. Das wollen wir auch so fortsetzen.

Was machst Du in Deiner Freizeit, wenn Du nicht politisch beschäftigt bist?

Ich fahre gerne noch Ski, insbesondere mit zwei Skiclubs und bin leidenschaftlicher Traktorfahrer und -interessent. Gerne gehe ich auch einen sogenannten Schoppen in unserer Region trinken, darunter natürlich auch in die Lilienschänke.

Hast Du noch ein Schlusswort für unsere Leser und Wähler?

Ich hoffe und gehe davon aus, dass wir als zukünftige AfD-Fraktion die Interessen unserer Wähler und unser Programm entsprechend voranbringen können und bin sicher, dass wir auf kommunaler Ebene mit unseren Kolleginnen und Kollegen der anderen Parteien einiges auf den Weg bringen können, auch wenn diese das heute noch nicht so sehen.

Den Lesern möchte ich die Chance geben, mich ein bisschen näher kennenzulernen. Dazu bin ich jederzeit auch für unsere Wähler und Interessenten unter der Telefonnummer 0172-6783482, sowie per E-Mail unter hajek-immo@t-online.de erreichbar und gebe gerne Auskunft.

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